Donnerstag, 30. Juni 2011

Der Sozialkritiker

Gelegentlich hat man das ja. Da gehe ich auf eine Lesung von Laienkollegen anlässlich des „Welttages des Buches“ oder anlässlich des schönen Wetters oder anlässlich einer Beerdigung oder anlässlich garnix. Einfach, weil sie da sind.

Und immer – und ich meine IMMER – tritt einer auf, der sein Frühprosawerk mit den Worten „jetzt kommt was LUSTIGES“ (was dann meist so lustig wie Fußpilz oder ein schwerer Autounfall ist) oder, was ich noch viel schlimmer finde, mit „jetzt kommt was SOZIALKRITISCHES“ ankündigt.

Während ich mich bei den Lustig-Ankündern maximal fremdschäme, haben sich meine „SOZIALKRITISCHEN“ Kollegen mittlerweile meinen leidenschaftlichen Hass verdient.

Zuerst einmal ist die Ankündigung alleine schon eine Unverschämtheit. Das hat was von „wer meinen sozialkritischen Text kritisiert, der ist selbst ja wohl asozial“ oder „wer meine Sozialkritik nicht versteht, der muss automatisch Bonze sein“. Aber nicht mit mir, Kollegen, nicht mit mir. Was sozialkritisch ist, entscheidet nämlich nicht der Schreiber, sondern der Zuhörer. Und ob er sich davon getroffen fühlt.

Der nächste Punkt ist der, dass vor allem die voller Begeisterung „sozialkritischen Textschreiber“ selbst zu 99% der Schicht aller Leute angehören, die staatlich alimentiert werden, weil sie lieber „sozialkritische Texte“ schreiben statt Arbeit zu suchen. Aber man ist sich ja zu schade, für 5,- € die Stunde zu malochen, wenn man lieber einen „sozialkritischen Text“ schreiben und sich damit selbstverständlich als Opfer gerieren kann. Für 5,- € arbeiten nämlich nur Polen und andere, die sich wenigstens noch ein bisschen Reststolz bewahrt haben. Aber für 635,- € netto rührt kein Sozialkritiker den kleinen Finger. Da lebt es sich mit Gutscheinen und Sozialhilfesatz unterm Strich wesentlich besser und lustiger.

Dann ist es immer das Gleiche. Es geht um „die da oben“ und „wir da unten“. STOPP möchte ich dann brüllen.

Ihr wollt Sozialkritik? Könnt Ihr haben: Ich bin weder „oben“ noch „unten“, habe eine 6-Tage-Woche und einen 12 Stunden Tag und kann mir deswegen auch ein wenig mehr leisten, sogar Personal, das ich für mehr als 5,- € die Stunde beschäftige. Allerdings trage ich das volle unternehmerische Risiko, habe mich mehr als der Durchschnitt engagiert und tu das immer noch. Ich glaube fest daran, dass jeder, der will, auch eine Chance bekommt, die er nutzen kann – wenn er nicht gerade alt oder krank oder beides ist. Das ist dann ein anderer Film.

Aber jeder der „sozialkritischen“ Fuzzis, der mir bisher unter die Augen getreten ist und mir dabei seine schlampig ausformulierten Texte unter die Jacke gejubelt hat, hat mir nicht den Eindruck von jemandem gemacht, der gesellschaftliche Solidarität benötigt, sondern eher den Eindruck einer faulen Sau, die eine Solidarität einfordert, die sie selbst nicht bereit ist, zu leisten. Die kriegen von mir auch nix ab. Ich gehe doch nicht arbeiten, um irgendeinen faulen Strick zu alimentieren, der den eigenen Hintern nicht hochkriegt.

Und das trifft ebenfalls auf beide Seiten zu: ich gehe nämlich auch ungern für Bankerboni arbeiten, die Ihre Firma in die Scheiße reiten und zwar die Gewinne privatisieren, die Verluste aber sozialisieren. Oder auf die Welt gekommen sind, um ein leistungsloses Einkommen zu ziehen. Ob das nun HartzIV ist oder eine Aktiendividende aus dem vererbten Kapital ist, ist dabei unerheblich.

Na, können Sie mich noch leiden? Egal. Ich bin mir bewusst, dass es Ausbeutung gibt, aber ich lasse mich gerne von Staat, Reichen, Armen und Dummen ausbeuten, so lange für mich noch genug übrig bleibt. Da habe ich kein Problem mit.

Ungerecht? Ja klar. Das Leben IST nun einmal ungerecht. Ich finde es ungerecht, dass meine Frau essen kann, was sie will, ohne auch nur ein Gramm zuzulegen und mich alleine schon der Blick ins Schokoladenregal des Supermarktes der Adipositas entgegentreibt. Es ist auch ungerecht, dass es Leute gibt, die mit weniger Arbeitsaufwand mehr verdienen als ich. Oder mehr Sex haben.

Ich denke da mal an meinen Rechtsanwalt. Alleine das Klingeln in seiner Kanzlei kostet mich 300 Steine. Da hat der mich noch nicht einmal gegrüßt. Aber ich kenn den Typen halt auch schon seit 30 Jahren. Der hat halt in der Schule ein paar Mal weniger als ich aus dem Fenster geguckt und daher ein klasse Abi geschrieben. Mit dieser Bürde muss ich nun einmal leben.

Wenn mir das nicht passt, dann kann ich ja künftig eben den Blick aufs Schokoladenregal lassen und meine Anwaltsbriefe selbst ausformulieren.

Was ich damit sagen will: jeder hat sein Leben und sein Schicksal selbst in der Hand. Sich in die „sozialkritische“ Opferrolle zu flüchten, mag zwar Balsam für das eigene Versagen und eine gute Entschuldigung für Faulheit sein – es bringt bloß niemanden weiter oder nach vorne. Oder wenigstens dahin, wo er eigentlich gerne wäre.

Ich habe NOCH NIE gesehen, dass nach einer „sozialkritischen“ Lesung irgendeiner aufgestanden ist und gesagt hat „ich schäme mich, dass ich reich bin und werde morgen die Gehälter meiner Angestellten verdoppeln“. Stattdessen saßen die anderen Armen drum herum und haben zustimmend mit dem Kopf genickt. Und? Was hat das jetzt geändert? Goarnix. Es gab nicht mehr Geld, die Gesellschaft hat sich auch nicht geändert, das war einfach nur heiße Luft für die Feierabendrevolution. Ja danke. Wenns wenigstens handwerklich gut gemacht wäre. Aber sogar dazu sind sie zu faul, die „Sozialkritiker“.

Also, liebe Kollegen: weniger Sozialkritik schreiben, dafür bessere Texte schreiben und die verlegen lassen. Den Arsch hochbringen. Und wenn das mit dem Schreiben nicht klappt – tja, dann ist das eben einfach nicht Euer Film. Dann seht wenigstens zu, einer geregelten Arbeit nachzugehen, damit die WIRKLICH BEDÜFTIGEN in diesem Staat auch von Euch unterstützt werden.

Ich habe fertig.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Afghanischer Heiratsmarkt

Willkommen hier bei uns im afghanischen Heiratsmarkt. Wir hoffen sehr, Sie finden hier die Liebe Ihres Lebens oder wenigstens eine gute Frau, die für Sie kocht. Lassen Sie sich von unseren Photos inspirieren und schreiben Sie uns, welche Frau künftig Ihr Herzblatt sein soll. Alle Bewerberinnen sind von uns auf Jungfräulichkeit und Krankheits- oder Parasitenbefall geprüft und sehr sauber, sodass Sie keine Befürchtungen haben müssen, Ihre Frau manchmal in die Öffentlichkeit gehen zu lassen. Und nun: viel Vergnügen!


Fathma (17) ist ein richtiger kleiner Wirbelwind. Sie mag Sonnenuntergänge aus vergitterten Fenstern ansehen, kocht gerne vor Zorn und schminkt sich manchmal heimlich. Ein echter Volltreffer für Männer, die gerne wilde Pferde zähmen.


Wer schaut denn da so frech aus der Ecke? Hülya (19) ist Deine Frau, wenn Du sie beschäftigen kannst. Hülya putzt, kocht, fegt, schneidert und kann auch selbständig und ohne Anleitung Installations-, Mauer- und Flieselegearbeiten ausführen. Sie weiss, wie man einen Sprengstoffgürtel füllt und wo feindliche Patrouillen ihre Wege nehmen. Eine patente Frau der Praxis und ein Kracher für Männer, die gerne Häuser bauen und für die Freiheit kämpfen. Und sterben.


Ein Leben für die Literatur! Lystera (16) ist der eher schüchterne Typ, auch wenn ihr Bild das genaue Gegenteil zu sagen scheint. Sie liest gerne und viel, aber selbstverständlich nur im Koran. Eine fromme Frau für einen frommen Mann. Lystera kann sämtliche Suren auswendig und rückwärts aufsagen und ist die ideale Begleiterin für Sitzungen der LoyaJirgah. Einfach Lystera vor dem Eingang abstellen, ihr ein Tablett mit Gebäck und Tee in die Hände geben und der Neid aller Stammesfürsten ist Ihnen sicher!


FREIZÜGIGKEIT ist für Merhaba (24) kein Thema. Eine Frau, die gerne zeigt, was sie hat. Vor allem Ihnen. Eine starke Frau. Eine emanzipierte Frau. Eine Frau, die gerne auch einmal die Finger frei und öffentlich zur Anschauung bringt. Eine Frau, die wie geschaffen für Sie ist, wenn Sie für Freiheit und Freizügigkeit eintreten. Wenn Sie dafür nicht eintreten, kann Merhaba trotzdem Ihr Hauptgewinn sein. Sie verträgt Stockhiebe wie keine Zweite und hat auch vor Schlägen mit einer Hundepeitsche fast keine Angst. Eine Frau für emanzipierte Männer oder solche, die keine emanzipierten Frauen mögen.


Unser Überraschungspaket der Woche: Hürbürga (67) ist für Dich da und unterhält Dich, wenn Du sie oder ihn - man weiss es nicht - mit etwas Schmackes trittst. Dann erfindet Hürbürga Geschichten über den Satan USA, wahlweise auch den Satan Europa oder den Satan Satan. Hürbürga mag nicht mehr der Kracher im ehelichen Schlafgemach sein, aber das macht sie durch durchtriebene Erfahrung und knallharte Propaganda wett. Eine Frau oder ein Mann, die/der der Mittelpunkt jeder LoyaJirgah oder gerne auch jeder Steinigung oder Hinrichtung ist. Hürbürga ist immer mittendrin, statt nur dabei. Neben seiner/ihrer Tätigkeit als persönliches Sprach- und Blasrohr Allahs kocht Hürbürga für Dich und was sie an "Kinderkriegen" nicht mehr schaffen kann, macht sie als Zuhälter/in ihrer/seiner 17 Töchter mehr als wett. Eine echte Bereicherung für Männer, die das Besondere lieben!

Donnerstag, 21. April 2011

In 14 Tagen ist auch noch ein Tag

´s ist ja manchmal im Leben so: man startet morgens den Motor des geliebten Familienfahrzeugs und dann macht es statt „rnnnn“ einfach nur „krk“.

Nun, jeder normale Kraftfahrer weiß, dass es ein sehr ungutes Zeichen, zumal bei einem etwas betagteren Familienkutschenwagen, dessen in die Sitze eingebrannten Kekskrümel von mehreren Kindern die ursprüngliche Musterung der Polster in die surrealistische Gedankenwelt eines verrückten Innendesigners verwandelt haben, ist, wenn der Motor nur „krk“ und nicht „rrnnn“ macht. Das bedeutet, dass man, entgegen der landläufigen Meinung, eher das Auto als die Ehefrau wechseln muss.

Da ist es dann schön, wenn man ein warmes Polster bei einer freundlichen Bank hat, die lächelnd das Darlehen für ein niegelnagelneues Auto bewilligt, natürlich nicht ohne vorher drei Bankbürgschaften, den Erstgeborenen und den Verzicht auf die eigene Seele gefordert zu haben.

Ich schnappe Frau und Kinder und wir gehen „Autos gucken“. Und tatsächlich, bereits im 23sten Autohaus werden wir fündig. Meiner Frau gefällt das Heck und die Kühlerhaube, die Inneneinrichtung und das Interieur, der Preis, die Gangschaltung, das zu tankende Benzn und auch die Marke gefällt ihr. Mir gefällt, dass ich nicht noch in das 24ste Autohaus muss und hätte ihr an dieser Stelle auch einen Traktor gekauft, Hauptsache, wir bringen das endlich hinter uns. Es wird ihr Auto, also wird sie es sich sorgfältiger als ihren Ehemann aussuchen. Ist ja auch eine Wertanlage.

Mit dem Verkäufer sind wir uns schnell handelseinig und wir bekommen sogar noch zwei Fußmatten, einen Kuli und eine Tüte Bonbons dazu, unterschreiben den Kaufvertrag und können schon nächste Woche das Auto abholen, hurra.

Leider allerdings hat der Hersteller in der nächsten Woche Betriebsferien, mitten im Februar, und deswegen dauert es noch zwei Wochen länger, allerspätestens aber Anfang März.

Gut, drei Wochen kommen wir auch mit einem einzigen Auto zurecht, wir teilen uns eben die Fahrten. Als ich Anfang März anrufe, ist leider in Japan eine Springflut gewesen und ein Atomkraftwerk explodiert. Der Zulieferer, der die Komponenten für die Metalliclackierung liefert (was immer das sein soll), klaubt im Moment die Reste seiner Firma aus den Trümmern und schaut nach überlebenden Mitarbeitern, sodass das locker Mitte März wird.

Während wir uns bis Mitte März den Zweitwagen der Schwiegereltern leihen, der leider 12 Liter Super auf 100 Kilometer schluckt, wird der Verkäufer krank und niemand kann uns sagen, warum das Auto nicht da ist, aber man meldet sich in einer Woche wieder, versprochen. Nachdem sich dann 14 Tage niemand rührt und meine Bank Bereitstellungszinsen für das Darlehen kassiert, erfahre ich, dass mein Verkäufer in Urlaub gegangen ist, anscheinend hat er seine Provision schon bekommen, aber er ist in zwei Wochen ja wieder da und kann dann gucken, was mit meinem Auto ist.

Mitte April ist mein Verkäufer, der Herr lobe und preise seinen Namen, endlich wieder von den Seychellen zurück und hat gleich nach seiner Ankunft, quasi noch am Gepäckwarteband des Flughafens, beim Hersteller angerufen und gefragt, wo mein Auto bleibe und er hat gute Nachrichten für mich: das Auto ist bereits in Behindmoonhome in den USA vom Band gerollt. Allerspätestens - also ALLERSPÄTESTENS – wird es Anfang Mai VERSCHIFFT.

Auf meine Nachfrage, warum es bis zur verdammten Verschiffung 14 Tage dauert, erfahre ich, dass in Deutschland die Lokführer streiken, weswegen Ersatzpersonal aus den USA eingesetzt werden muss, was wiederum bedeutet, dass es auf den Strecken in Amerika zu Verzögerungen kommt. Man könne zwar auch mit dem Auto zum Hafen fahren, aber ich wolle sicher keinen Gebrauchtwagen mit 2000 Kilometern auf dem Buckel kaufen und es sind ja auch nur 14 Tage und danach dauert es noch 7 Tage und *schwupps* schon ist das Auto bei mir. Außerdem könnten wir wirklich froh sein, schließlich haben in Japan die Metalliclackierungkomponentenhersteller Heim und Hof verloren und ich muss nur ein paar blöde Tage länger warten, bis mein blödes Auto kommt. Das muss man auch mal in der Relation sehen.

Mitte Mai erhalte ich auf Nachfrage die Auskunft, dass ausgerechnet das Schiff mit meinem Auto im Roten Meer von Piraten gekapert wurde. Ich traue mich nicht nachzufragen, wie besoffen ein Kapitän ist, der von New York nach Hamburg den Weg um komplett Afrika nimmt, um in den Suez-Kanal zu kommen. Immerhin geht es mir besser als den japanischen Komponentenklebern.

Anfang Juni, der Sprit und die Bereitstellungszinsen haben mittlerweile einen zweistelligen Prozentsatz des ursprünglichen Kaufpreises erreicht, ENDLICH die erlösende Nachricht. Mein Auto steht in Hamburg am Hafen. Ich solle mir schon mal die Zulassungsnummer von der Versicherung geben lassen, in ALLERSPÄTESTENS einer Woche isser da, der neue Familienfreund.

Und er wäre auch Mitte Juni dagewesen, wenn der Zoll nicht ausgerechnet mein Auto für eine Radioaktivitätsstichprobe ausgewählt hätte. Aber bereits nach einer Woche gibt der Zoll für mein Auto Entwarnung: die Strahlenbelastung ist unterhalb jener Grenzwerte, die man bei täglich 8-Stunden im Röntgenapparat abgreift. Leider steht mein Auto aber jetzt bei der Polizei, weil sie während der Strahlenmessung Heroin in der Verkleidung des Beifahrersitzes gefunden haben. Aber das dauert MAXIMAL 14 Tage, dann ist alles klar.

Gut, kann man nix machen und außerdem jobbt ja meine Frau jetzt auch an der Tanke, damit wir die Benzinkosten und die Bereitstellungszinsen reinkriegen.

Mitte Juli ruft mich mein Händler mit freudigem Jubel an. Der Wagen ist wieder freigegeben und die Lackschäden von der Messung sind auch behoben, sie bauen jetzt endlich das Navigationssystem ein. Auf meine, sicher im Ton etwas unangemessene Nachfrage, warum das VERDAMMTE Navigationssystem nicht schon im Amiland eingebaut wurde, erklärt mir mein Autoverkäufer ruhig, aber bestimmt, dass die Komponentenjapaner nebst Komponentenjapanerfamilien im Moment in Zelten hausen und man das in der Relation sehen müsse.

Mitte August – meine Frau schiebt statt einer Schicht nun Doppelschichten an der Tanke und prostituiert sich gelegentlich – kommt die erlösende Nachricht: das Auto ist da. Beim Händler. Auf dem Hof. Kann besichtigt werden. Während im Hintergrund des Telefonats meine Kinder schon Luftballons zur Feier des Tages steigen lassen wollen, erfahre ich von einem klitzekleinen Schönheitsfehler: der Fahrzeugbrief ist verschwunden. Weg. Fort. Niemand weiß, wo der Fahrzeugbrief ist. Aber, so beruhigt mich mein AutoARSCHLOCH, das ist normalerweise kein Problem. Das Fahrzeug muss nur einfach beim TÜV vorgefahren werden, die schreiben dann einen neuen Brief aus. Er wird da Druck machen, dann ist das ratz-fatz in 14 Tagen über die Bühne.

Ende September erfahre ich, dass mein Fahrzeug nicht beim örtlichen TÜV, sondern beim TÜV in Hamburg vorgefahren werden musste und die haben da bemerkt, dass der Rußpartikelfilter fehlt, deswegen könne das noch etwas dauern. Als ich die Worte „14“ und „Tage“ in den Hörer tropfen lasse, erklärt mir mein Autoverkäufer, dass das aber die ALLERLÄNGSTE Frist wäre.

Inzwischen ist es Dezember, mein Erstfahrzeug habe ich verkauft, weil wir es uns nicht mehr leisten können, als Ersatz gab es Fahrräder und ich habe schon 15 Kilo abgenommen. Teile unseres Hauses haben wir mittlerweile vermietet, um das Darlehen bedienen zu können.

Alle 14 Tage telefoniere ich mit meinem Autoverkäufer, einfach nur interessehalber, um mal zu hören, wo sich mein Auto momentan befindet. Wir haben auf einer Weltkarte die Stationen des Autos markiert und eine wilde Zickzacklinie herausbekommen.

Wir fahren Fahrrad und mein Auto schaut sich die Welt an. So muss das sein. Aber er kommt. In 14 Tagen!

Satan

Mittlerweile müsste ich es ja wissen. Ich habs ja schon vor 10 Jahren hinter mich gebracht und mit Zeugen Jeohovas diskutiert. Aber NEIN, ich bin heute morgen wieder einem Zeugen in die Hände gelaufen und habe prompt wieder mit ihnen, die am Tag des Jüngsten Schnellgerichts zum himmlischen Regierungsparlament gehören werden, diskutiert.

Um es kurz zu machen: die Bibel der ZJ (ACHTUNG: nicht mit „ZDJ“ verwechseln, die sind sich gegenseitig spinnefeind!) ist die einzig wahre und richtige Bibel, die quasi von Gott höchstpersönlich geschrieben wurde, der Rest sind miese Fälschungen und stümperhafte Kopien, die vom Satan inspiriert wurden. Und natürlich hat die Übersetzung der Jehovajungs-Bibel keine Fehler, weil, hey, sie vom HERRN höchstpersönlich ausgewählt wurden.

Nun, das bringt mich schon zu der Frage, warum der HERR nun ausgerechnet die langweiligen und biederen Leute seines Fanclubs mit der WAHREN Bibel bedacht hat.

Wenn ich Satan und seit Tausenden von Jahren eine gewisse Routine in der Verführung der Menschen hätte – ich würde einfach erzählen, ICH sei Gott und würde allen Propheten inclusive Mohammed irgendwelche Fälschungen unterjubeln. Aber sowas von „mit links“ würde ich das machen, da träumte der Führer davon.

Nur mit Sprüchen und ein paar Morden wird man nicht Fürst der Unterwelt. Da muss schon mehr kommen. Subtile Beeinflussung, Lügen mit Langlaufgarantie und Fälschungen, dass es nur so kracht. Satan ist kein Depp, sondern ein ziemlich cleverer und gerissener Geschäftsmann, der genau weiß, worauf seine Kunden stehen. Und wenn es nur die Überzeugung ist, die „richtige“ Bibel zu lesen und später mal die Geschworenenbank beim Jüngsten Gericht zu geben. Eitelkeit war ja auch schon immer eine der Todsünden.

Möglicherweise sitzt ja Satan auch gerade neben mit und gibt mir diese unheiligen Worte ein, damit ich die wahren Verfechter und Zeugen des HERRN ob meiner Zeilen verwirren und vom rechten Pfade abbringen möge.

Andererseits könnte durch mich durchaus ja auch der HERR schreiben, um seine Schäfchen zum Nachdenken zu inspirieren und sie vom fatalen Pfade Satans abzubringen, damit sie sich IHM mehr öffnen.

Man weiß es nicht, man weiß es nicht, was sie sich so einfallen lassen, die himmlischen und höllischen Geschäftsführer. Ich finde das sehr verwirrend und hinzu kommt ja auch noch der sogenannte „freie Wille“, der, wie wir aus neuesten Ergebnissen der Hirnforschung wissen, ja auch nicht so unbedingt frei ist – wobei Hirnforscher bei strenggläubigen und tiefreligiösen Menschen ja sowieso ins Leere greifen würden.

Vielleicht war es tatsächlich Satan, der Kant und Schopenhauer und Freud beim Schreiben über die Schulter schaute und ihnen „bessere das mit dem kategorischen Imperativ nochmal aus“ zuraunte.

Im Grunde glaube ich persönlich ja fest daran, dass Gott irgendwo im Urlaub ist und sich in der Karibik die Sonne auf den Pelz brennen lässt, während Satan irgendwo ein Penthouse-Büro an der Upper-Eastside hat, von wo aus er den Zins neu erfindet und spannende Deals einfädelt.
Um eine Eintrittskarte in die Hölle zu erhalten, muss man schließlich heute nicht mehr mit dem Eigenblut einen Seelenkaufvertrag gegenzeichnen.

Dazu genügt im 21sten Jahrhundert nach Christus ein einfacher Darlehensantrag bei der Hausbank.

Mittwoch, 20. April 2011

Kwatschn

Da gibt es jene Werbung eines weltberühmten deutschen Mobilfunkanbieters. Eine recht ungepflegte – oder nennen wir es freundlich: „unangepasste“ – Mitdreissigerin mit abgerissenen Klamotten – oder, ebenfalls freundlich: „postatomarem Look“ – grinst in die Kamera und erzählt, wie SCHWEINEBILLIG ihr neuer Mobilfunkanbieter ist, während im Hintergrund ein gar niedlich 2-jähriges Kindlein ADHS-krank durch die Kulisse flitzt und dazu „aaa aaa aaa“ macht.

So vom ersten Hingucker denkt man „aha, da guck, das ist die Frauke oder die Birte, die im dreizehnten Semester Psychologie oder Lehramt studiert, weil sie gemerkt hat, dass weder BWL noch Jura noch Medizin ihr Ding ist. Wahrscheinlich wohnt Frauke oder Birte in Berlin-Kreuzberg, 3-Zimmer Altbau, einzige Deutsche im Block, sie malt in ihrer Freizeit oder bastelt Indianderschmuck, den sie auf dem Flohmarkt an unschuldige chinesische Touristen vertickt, um ihr Studium zu finanzieren, weil ihr ihr Alter nach dem 8. Semester Sinologie den finanziellen Saft abgedreht hat.“ Also so eine typisch unangepasste Frau, Grünenwählerin, mit Anti-Atomkraftaufkleber an der Klotür.

Wir erfahren gleich zu Anfang, dass der kleine Störenfried Milena heisst – wie auch sonst. Katja oder Ilse oder Waltraud wäre für Frauke oder Birte ja auch zu angepasst gewesen.
Und wir erfahren – und da wird es spannend – dass Frauke oder Birte und „der Pappa von Milena“ „ziemlich weit auseinander wohnen“ und sie „deswegen bei base mit Pappa ganz schön lange quatschen“ können. So er denn will…

Nun, eine Studentin wird sich kaum einen Werkzeugmacher geangelt haben, der dauernd in China oder Afghanistan beschäftigt ist.

Wahrscheinlich ist wohl eher folgendes Szenario: Frauke oder Birte hat weder Kontrolle über ihr Leben, noch über ihre Geschlechtsteile. Deswegen hat sie irgendwann „nach einer wunderbaren Nacht, in der es nach Revolution, Freiheit und „grünem Libanesen“ roch“ festgestellt, dass ihr „der Pappa von Milena“ ein kleines Souvenir hinterlassen hat, das jetzt schreiend hinter ihr herumrennt.

Nachdem sie „dem Pappa von Milena“ gebeichtet hat, dass er „der Pappa von Milena“ ist, hat sich „der Pappa von Milena“ schneller aus dem Staub gemacht, als ihr das Studentendarlehen gekündigt wurde.

Aber er hat sich nicht weit genug aus dem Staub gemacht, oder er sitzt im Bau. Denn Frauke oder Birte weiß, wo sein Handy wohnt und weil die flat bei base so günstig ist, stalkt sie ihm jetzt per Telefon hinterher und hält ihn bezüglich der Fortschritte von ADHS-Melina und dem Kontostand seiner Unterhaltszahlungen auf dem Laufenden.

Und nicht nur, dass „der Pappa von Melina“ nun das Balg und, im wahrsten Sinne des Wortes, permanent Frauke oder Birte an der Backe hat, nein, er muss mit seinen beiden Super-Frauen auch noch permanent „kwatschn“, wie Melina stolz ihrer starken, alleinerziehenden Mama mit dem verpfuschten Leben bestätigt.

Beschäftigt mich nur noch die Frage, was Klein-Melina „ihr dem sein Pappa von der Melina“ mitzuteilen hat. Ich stell es mir so vor: Pappa von Melina: „Na, Kleines, sag mal was.“ Melina: „…..“ Pappa von Melina: „Halllloooo, hier ist der Pappa, der wo gottseidank so weit weg wohnt…“ Melina: (guckt den Hörer an). Pappa von Melina: „Gib mir mal die Mamma, Du kleine Kröte…“ Melina: „AAAAAAAAAAHHHHHHH“.

Doch, dafür lohnt sich doch die Handy-Flat von base…

Donnerstag, 31. März 2011

Doris war nicht bei Facebook

Am wöchentlichen Familientag drückt mir meine Mutter eine Beerdigungsdanksagung in die Hand, die sie aus der Zeitung ausgeschnitten hat. Familie X bedankt sich da bei allen Freunden und Bekannten für die rege Anteilnahme an der Beerdigung von Doris, daneben ein Bild, von dem mich eine lebenslustige Frühvierzigerin angrinst. „Guck mal“ fragt sie „kennst Du die nicht?“

Und ob ich die kenne. Vielmehr, jetzt, kannte.

Doris war meine erste „richtige“ Freundin, ich ihr erster „richtiger“ Freund. Sie war 16, ich war 18, in den Läden gab es immer noch mehr Schallplatten als CDs, Kohl war noch Kanzler und Genscher sein Außenminister und ich bin noch den froschgrünen Datsun meiner Mutter gefahren, dessen umklappbare Rücksitze eine wunderschöne Liegefläche schafften und der mir am Hang mal weggerutscht ist, weil ich vergessen hatte, die Handbremse anzuziehen und nur ein spontaner Coitus interruptus rettete damals sie und mich davor, in ein Akazienwäldchen zu rutschen. Hatte ja niemand eine eigene Wohnung.

Die Dame war damals hübsch, schlagfertig und intelligent, mit einem rasiermesserscharfen Verstand und in wirklich jeder Beziehung konsequent.

Doris hat eigentlich so gar nicht zu mir gepasst. Ich war begeisterter Anhänger von Depeche Mode, sie hörte Fleetwood Mac. Ich war der Bodenständige, der FDP-Anhänger, der unbedingt in die Finanzbranche wollte, sie war die Unabhängige, Kreative, die mit den Ideen, verletzend ehrlich, ironisch, spöttisch, dabei aber extrem gradlinig. Wir haben oft diskutiert, hart diskutiert und so ziemlich zu jedem Thema unterschiedliche Ansichten gehabt und deswegen ging das auch nur knapp 100 Tage, weil ich ihr zu langweilig, zu bieder und zu brav und wahrscheinlich auch zu besitzergreifend war, während sie damals schon, wenn sie auch vielleicht nicht genau wusste, was sie wollte, auf jeden Fall wusste, was sie nicht wollte. Und das waren exakt die Dinge, die für mich wertvoll waren und sind.

Sie hat dann auch ziemlich schnell einen glasharten Strich gezogen, was umgekehrt mir ersparte, mit ihr Schluss zu machen. Ich habe das damals schon mehr oder weniger schulterzuckend zur Kenntnis genommen, bedauerlich, aber andere Mütter hatten ja auch schöne Töchter und wahrscheinlich wäre ich ihr intellektuell auf Dauer eh nicht gewachsen gewesen. Man muss auch mal wissen, wann´s gut ist und wo die eigenen Grenzen liegen.

Wir haben uns dann, obwohl unsere Stadt nun wirklich nicht groß ist, ziemlich schnell aus den Augen verloren, was aber auch nicht schlimm war, weil Doris/ThiloS einfach nicht funktioniert hätte. So simpel, so, wie es eben ist.

Und jetzt liegt dieser Zeitungsausschnitt vor mir. Doris lacht mich daraus an oder aus.

Ich pflege zu ziemlich allen meiner „Verflossenen“ einen sehr losen Kontakt, weiß also zumindest, was aus allen geworden ist und in Zeiten von Facebook und Stayfriends und WkW ist das auch wirklich kein Problem. Du gibst den Namen in den Suchbegriff ein, wühlst Dich schlimmstenfalls durch hundert Seiten, schickst dann zwei- drei Mitteilungen weg und dann melden sich Sabine und Silke und die eine Uschi, die Dir den ersten Kuss Deines Lebens verpasst hat, nach dem Dir dann vor Aufregung schlecht war.

Doris habe ich nie gefunden.

Und Doris hat mich augenscheinlich auch nie gesucht, was mich jetzt erst recht noch ärgert, weil es gegen mein Ego geht. Und ich das als Missachtung empfinde, weil, hey, immerhin war ich Erster. Aber eine Doris hat sich auch nie mit Sentimentalitäten aufgehalten, da gab es hinter der nächsten Ecke schon wieder Neues zu entdecken.

Ich setze mich ins Auto und suche sie auf dem Friedhof ihres Heimatortes. Und tatsächlich, ich finde ihr Grab, wenn es auch etwas dauert.

Und zu meiner eigenen Überraschung heule ich wie ein Schlosshund.

Doris ist jetzt 25 Jahre weit zurück. Irgendwo habe ich noch ein paar wirklich nette Liebesbriefe liegen, irgendwo verstaubt auf dem elterlichen Dachboden auch noch ein ziemlich untalentiert gemaltes Bild. Irgendwo in meiner Vergangenheit, als ich noch jung und der festen Ansicht war, dass die Welt nur auf mich gewartet hatte.

Und natürlich frage ich mich, ob sie ihr Leben gelebt hat. Ob sie glücklich war.

Ohne lange nachzudenken und weil ich den Weg ja immer noch kenne, fahre ich zu ihren Eltern. Wenn es denen nicht passt, dann werden sie mich rausschmeißen oder gar nicht erst reinlassen, dann habe ich es wenigstens probiert.

Doppeltes Glück: sie sind da und sie empfangen mich.

Ja, sie erinnern sich an mich, wenn sie mich auch nur vier-/fünf Mal und mit 30 Kilo weniger Gewicht und 30 Falten weniger im Gesicht gesehen haben.

Und wir reden.

Lange.

Sie haben von Doris´ Freunden ein Fotoalbum geschenkt bekommen, das ich mir dankenswerterweise ansehen darf. Doris, wie sie lebte und wie sie war. Straight, geradeheraus, kreativ und vor allem – überbordend lebensfreudig. Und ich erfahre endlich, was Doris in den letzten 25 Jahren gemacht hat, wie es ihr ergangen ist, wobei Doris niemals etwas „ergangen“ ist, weil sie das lieber selbst bestimmt hat. Unabhängig eben. Daher auch kein Mann, keine Kinder. Passt. Das hätte sie nur gebunden und gefesselt. Das wäre nicht Doris gewesen. Und deswegen mit Sicherheit auch kein Facebook und sonstiger Schnickschnack. Das hätte ja die Verpflichtung bedeutet, sich da hin und wieder melden zu müssen. Igitt. Ich wette, sie hat lieber telefoniert oder besucht.

Sie ist nach Berlin abgehauen und kreuz und quer durch die Welt geflogen und hat sich alles angesehen und dabei wahrscheinlich doppelt so schnell gelebt wie ich und die Masse der Anderen. Die Flamme hat wohl heller geleuchtet und ist deswegen vielleicht auch schneller erloschen.

Gestorben ist sie an einer dämlichen und lächerlichen Lungenentzündung, an einer blöden Krankheit, die man normalerweise im Bett mit Chips und Cola und einem DVD-Player auskuriert, so sie schnell genug diagnostiziert wird.

Auch ihr Tod passt. Eine alte, kranke und von anderen abhängige Doris wäre der unglücklichste Mensch der Welt gewesen. Sie hat mutmaßlich an dem Punkt aufgehört, an dem es am Schönsten war.

Mir bleibt die Erinnerung und der Dank, sie kennen und eine kurze Zeit lang sogar lieben gelernt zu haben.

Du lebtest wohl, Doris.

Adieu.

Donnerstag, 24. März 2011

Mitternachtsdeppen

Gestern wars wieder soweit. Ich hab mal wieder "9Live" auf dem Bildschirm gehabt. Es ging um folgende simple Frage: "Uschi hat vier Schwestern: Lili, Lala, Lulu und Lolo. Wie heisst das fünfte Kind des Vaters?".

Eigentlich ganz simpel. Wenn man logisch denken und lesen kann. Nun gehört ja eine gewisse abnorme Intelligenz dazu, sich überhaupt 9Live anzusehen. Ist sowieso gruselig. Wenn sich aber nun so ein Spacko die Spackosendungen schon reinzieht UND auch noch dumm genug ist, da in der Hoffnung, die eine von 10.000 Leitungen "zu treffen", dann sollte ich doch meinen, dass er wenigstens die richtige Antwort weiß.

Und was kommt? Irgendein Heinz aus Niergendwo wird durchgestellt und antwortet als Lösung "Lele". Und ich hab mich vor Lachen vom der Couch geschmissen. Wie saudoof sind die Leute eigentlich? Da hat der Typ schon 100 Öcken verbrannt, um überhaupt vom "Hoddbadden" zugeschlagen zu werden und kommt dann mit "Lele".

Offen gestanden bewundere ich die Moderatoren, die so ein Drömmel nicht spontan ein eiskaltes "Sie dummes Schwein" nennen. Nein, dieser Abschaum schenkt dem Anrufabschaum auch noch 10 Euronen als Trostpreis, damit er in sich gehen kann und gleich nochmal anruft. "Jetzt weiß ich: Dipsy."

Is manchmal schon geil. "Wir suchen Frauennamen mit einem Ypsilon am Anfang" und gleich der erste Anrufer kommt auf "Ypsilanti". Ja isses denn die Möglichkeit? Kann man wirklich so hirnverbrannt doof sein? Wie schaffen es solche Pfeifen eigentlich, die richtige Nummer zu wählen? Oder haben das die Enkel ins Telefon programmiert? Wenn man so hört, was der deutsche Nachtanrufadel so von sich gibt, dann schwindet schon die Hoffnung, dass diese Sackgesichter die Weltprobleme irgendwann in den Griff kriegen.

"Nachgafferbus" - eine "deutsche Stadt" verbirgt sich hinter dem Anagramm. Kann eigentlich nur Aschaffenburg sein, anders gehts nicht. Und was blökt die nächste Kanaille? "Bachnang". Wie soll DAS denn bitte gehen? Ganz abgesehen davon, dass der Ort "Backnang" heisst, passt so ziemlich garnichts. Und die "ff"s haben wir dabei mal fein unterschlagen, was? Gut, dafür gabs ja dann ein paar Buchstaben gratis dazu.

Ich hasse die Spielshowmoderatoren. Kommt für mich gleich nach Wunderheilern, Religionsgründern und sogenannten "Vermögensberatern". Alles Lug und Trug. Aber wenn ich mir die Anrufer so anhöre - weiß Gott, die haben es nicht besser verdient, als dass man ihnen das Geld aus der Tasche zieht. Ich möchte wetten, dass das die gleiche Klientel ist, die mit 40 Euronen vermögenswirksamen Leistungen achtzigtausender Bausparverträge bis zum jüngsten Gericht bespart und eine Riesterrente über Tschibo abgeschlossen hat. ´s war grad im Sonderangebot.

Wäre dem Staat wirklich daran gelegen, dass es den Armen hierzulande besser geht - er würde Gameshows verbieten. Oder wenigstens dafür sorgen, dass vor jedem Anruf eine angenehme Frauenstimme sagt: "bevor wir Sie jetzt mit 50 Cent pro Anruf ausplündern, beantworten Sie bitte folgende Kontrollfrage: wie heisst das Gebäude, in dem Sie sich eigentlich jetzt befinden sollten?" Und wenn dann nicht "Klapsmühle" kommt, dann wird auch nicht durchgestellt.

P.S: die richtige Antwort auf die Eingangsfrage lautet natürlich Lalalululelelololili. Wie kann man auch seinem Kind so einen idiotischen Namen geben!