Als ich vom Tode Loriots erfuhr, war mein erster Gedanke:
"Ach".
Die Welt ist nicht so, wie wir sie wünschen, sondern so, wie sie will (ist von mir - gut, gell?)
Freitag, 26. August 2011
Mittwoch, 10. August 2011
Was bringts?
Neulich sitze ich so im Büro und blättere so in meinem Visitenkarten herum (wer zum Teufel war „Versicherungen und Aloe Vera Markus Schipkowski aus Hinterndrüsen“ und warum habe ich von dem Vogel eine Visitenkarte?) und da fällt mir das Kärtchen von Ilka in die Hand, die jetzt bei „Hair-Solutions Limited Edition“ als „Key account customer client relationship“-Dingenskirchen arbeitet.
Woher ich DIE Karte habe weiß ich. Ilka war so mit 17/18 meine Freundin, damals schon extrem launisch und ziemlich neben der Spur und eigentlich schon 1984 ein Fall für den Psychiater, der ihr heute ein erstklassiges Borderline-Syndrom attestieren würde. Ich fand sie nach drei Monaten einfach nur anstrengend und außerdem hing ich zu sehr am Leben.
Auf jeden Fall hatten wir uns vor zwei Jahren auf dem Stadtfest getroffen und da hat sie mir ihr Kärtchen in die Hand gedrückt. Dann sind wir zusammen Mittagessen gegangen, es war nett und das war es dann.
Und weil mir gerade langweilig ist und ich mich nicht mit Markus in Hinterndrüsen am Deich treffen will, denke ich mir, „Thilo“ denke ich mir, „ruf doch mal die Ilka an“.
Ilka von „Hair-Solutions Limited Edition“ geht auch gleich ans Telefon, relationshipped mich, ja hallo und ich frage artig, ob Sie mal wieder mit mir essen gehen will.
Und sie gibt zur Antwort: „was soll das bringen?“
Tja.
Gute Frage, nächste Frage.
Früher, als ich es noch nötig hatte, hätte ich ihr jetzt dank meines überragenden Intellekts sehr klipp und klar dargelegt, warum es sehr sinnvoll wäre, mit mir essen zu gehen, denn ich hätte bezahlt, wir hätten beide unseren Hunger gestillt, ein bisschen von den alten Zeiten geschwätzt und vielleicht spaßeshalber ein wenig geflirtet, so, wie sich das für zwei anständige Mitvierziger mit leichtem Übergewicht gehört. Einfach so. Das hätte es gebracht.
Ich habs aber nicht mehr nötig, denn im Grunde ist mir Ilka so egal wie ein Baumstumpf in der Lüneburger Heide. ´s wär halt einfach nett gewesen. Aber wenn sie Krieg will, den kann sie haben…
„Hmm“ mache ich ins Telefon „eigentlich hast Du Recht. Ich dachte mir eben, vom Grunde her gehen wir miteinander essen, dann fahre ich Dich mit meinem Auto durch die Gegend, wir hören dabei etwas romantische Musik von früher, knutschen anschließend am Flussufer, dann fahren wir zu Dir und schlafen miteinander, Du wirst dann schwanger, bringst aber aufgrund Deines, seien wir offen und ehrlich, doch schon etwas fortgeschrittenen Alters ein behindertes Kind auf die Welt, für das ich dann zahle, übrigens nebst dem Unterhalt für meine Frau und die anderen Kinder, weil die sich spontan scheiden lässt, ich bin ruiniert und begehe nach einem dreiviertel Jahr Selbstmord, weil mich die Alimente umbringen und Du hockst daheim und lebst von Sozialhilfe, weil Du Dich den ganzen Tag ums Kind kümmern musst und keine Customer-Clients keyaccounten und relationshippen kannst. So war der Plan.“
Zuerst sagt sie „oh“.
Dann sagt sie „klingt gut“.
Dann sagt sie „morgen beim Mexikaner um 13 Uhr, zieh frische Unterwäsche an“.
Dann legt sie auf.
Die Frau macht mich nach wie vor wahnsinnig. Vielleicht werde ich sie morgen um 13 Uhr töten. Nach dem Essen.
Gibt es einen Mexikaner in Hinterndrüsen?
--------------------------------------------
Neue Schwestersite: www.halbbildung.blogspot.com
Woher ich DIE Karte habe weiß ich. Ilka war so mit 17/18 meine Freundin, damals schon extrem launisch und ziemlich neben der Spur und eigentlich schon 1984 ein Fall für den Psychiater, der ihr heute ein erstklassiges Borderline-Syndrom attestieren würde. Ich fand sie nach drei Monaten einfach nur anstrengend und außerdem hing ich zu sehr am Leben.
Auf jeden Fall hatten wir uns vor zwei Jahren auf dem Stadtfest getroffen und da hat sie mir ihr Kärtchen in die Hand gedrückt. Dann sind wir zusammen Mittagessen gegangen, es war nett und das war es dann.
Und weil mir gerade langweilig ist und ich mich nicht mit Markus in Hinterndrüsen am Deich treffen will, denke ich mir, „Thilo“ denke ich mir, „ruf doch mal die Ilka an“.
Ilka von „Hair-Solutions Limited Edition“ geht auch gleich ans Telefon, relationshipped mich, ja hallo und ich frage artig, ob Sie mal wieder mit mir essen gehen will.
Und sie gibt zur Antwort: „was soll das bringen?“
Tja.
Gute Frage, nächste Frage.
Früher, als ich es noch nötig hatte, hätte ich ihr jetzt dank meines überragenden Intellekts sehr klipp und klar dargelegt, warum es sehr sinnvoll wäre, mit mir essen zu gehen, denn ich hätte bezahlt, wir hätten beide unseren Hunger gestillt, ein bisschen von den alten Zeiten geschwätzt und vielleicht spaßeshalber ein wenig geflirtet, so, wie sich das für zwei anständige Mitvierziger mit leichtem Übergewicht gehört. Einfach so. Das hätte es gebracht.
Ich habs aber nicht mehr nötig, denn im Grunde ist mir Ilka so egal wie ein Baumstumpf in der Lüneburger Heide. ´s wär halt einfach nett gewesen. Aber wenn sie Krieg will, den kann sie haben…
„Hmm“ mache ich ins Telefon „eigentlich hast Du Recht. Ich dachte mir eben, vom Grunde her gehen wir miteinander essen, dann fahre ich Dich mit meinem Auto durch die Gegend, wir hören dabei etwas romantische Musik von früher, knutschen anschließend am Flussufer, dann fahren wir zu Dir und schlafen miteinander, Du wirst dann schwanger, bringst aber aufgrund Deines, seien wir offen und ehrlich, doch schon etwas fortgeschrittenen Alters ein behindertes Kind auf die Welt, für das ich dann zahle, übrigens nebst dem Unterhalt für meine Frau und die anderen Kinder, weil die sich spontan scheiden lässt, ich bin ruiniert und begehe nach einem dreiviertel Jahr Selbstmord, weil mich die Alimente umbringen und Du hockst daheim und lebst von Sozialhilfe, weil Du Dich den ganzen Tag ums Kind kümmern musst und keine Customer-Clients keyaccounten und relationshippen kannst. So war der Plan.“
Zuerst sagt sie „oh“.
Dann sagt sie „klingt gut“.
Dann sagt sie „morgen beim Mexikaner um 13 Uhr, zieh frische Unterwäsche an“.
Dann legt sie auf.
Die Frau macht mich nach wie vor wahnsinnig. Vielleicht werde ich sie morgen um 13 Uhr töten. Nach dem Essen.
Gibt es einen Mexikaner in Hinterndrüsen?
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Freitag, 29. Juli 2011
Neue Schwestersite
Für alles, was mich jetzt nicht direkt betrifft, gibt es jetzt praktische Lebenshilfe unter
Halbbildung
Halbbildung
Mittwoch, 27. Juli 2011
Widerstand jetzt!
Ich bin Deutscher.
Ich bin da nicht sonderlich stolz drauf, ich schäme mich aber auch deswegen nicht. Neben meiner Haar- und Augenfarbe ist es das Einzige. für das ich nichts kann. Meine Mutter ist Deutsche, mein Vater ist Deutscher und ich bin in Deutschland geboren. So isses eben.
Deutsch sein ist gar nicht so schlecht. So habe ich, genetisch gesehen, einige fantastische Eigenschaften, die jetzt zum Beispiel Engländer nicht haben. Ich kann auf jeden Fall einen Elfer verwandeln (erst recht, wenn ein Engländer im Tor steht) und, wäre ich Ingenieur, könnte ich Super-Autos bauen oder den Katalysator, den Düsenantrieb oder den Genozid erfinden oder große Weltlitertaur schreiben, wäre ich ein besserer als nur ein mittelmässiger Schriftsteller, denn schliesslich bin ich Dichter und Denker.
Und ich bin noch etwas anderes.
Als Deutscher bin ich brav und ordentlich.
Ich hätte das selbst nicht vermutet, denn mein Schreibtisch sieht aus wie Berlin ´45 und ich finde, dass ich ein über den Stuhl geworfenes Hemd auch morgen noch in die Wäsche werfen kann und dass ich das nicht gleich machen muss.
Gemerkt habe ich dieses "deutsche Gen" ganz stark vorgestern. Da war es nachts um 1/2 12 und ich war der einzige Mensch auf der Strasse, auf dem Weg zum Parkhaus.
Und da steht dann diese Fußgängerampel.
Die ist rot. Für die Fußgänger.
Und ich bin Fußgänger.
Die Strasse ist nicht sonderlich breit und man kann sie locker nach links und rechts 200 Meter einsehen. Kein Auto ist da. Wäre da nicht die Ampel, ich könnte entspannt über die Strasse gehen. Nichts wäre ungefährlicher. Eher würde ich bei einer Kerner-Talkshow vor Aufregung sterben, als dass mich da jetzt im Moment ein Auto überfährt.
Aber es ist rot. Rot bedeutet Stehen, Grün bedeutet Gehen. Es ist rot. Rot bedeutet Tod. So habe ich das als Kind beigebracht bekommen. Und nur einmal SPD gewählt.
Es wäre wirklich kein Problem. Es sind keine Zeugen da, es ist keine Kamera da. Niemand würde es bemerken, wenn ich jetzt frech über die Ampel marschiere. Ich könnte gehen.
Aber ich bin Deutscher.
Ein Deutscher vor einer roten Ampel.
Die haben ja die Ampel nicht zum Spass dahin gestellt. Das ist eine gefährliche Stelle, weil viele Fußgänger, die vom Marktplatz kommen, hier die Strasse überqueren, die gleichzeitig Teil des Innenstadtrings und dementsprechend heftig befahren ist. Ohne die Ampel wäre sicher schon jemand ums Leben gekommen.
Es ist aber auch 23:30 und es ist weder Markt, noch sind Autos zu sehen. Eigentlich also der ideale Zeitpunkt, ein Gesetz zu brechen, sich frei zu machen vom Banne der Obrigkeitshörigkeit und dieses einen deutschen Gens, jetzt oder nie könnte ich subversiv sein und dem Staat eine lange Nase drehen, ich würde einfach bei Rot über die Ampel gehen und es gäbe nichts, was sie dagegen tun könnten.
Wahrscheinlich jedenfalls.
Andererseits kenne ich ja unseren Staat: möglicherweise werde ich bereits von einer Zivilsstreife kameraüberwacht und die lauern nur auf einen falschen Schritt von mir und *zack* klicken die Handschellen und ich komme wegen Widerstandes gegen das Rotsignal von Fußgängerampeln für immer ins Gefängnis, gemeinsam mit Stuerhinterziehern und Kinderschändern. Kennt man ja.
Die Ampel wird grün, ich kann drüber gehen. Aber das ist jetzt eine prinzipielle Geschichte. Ich bleibe vor der grünen Ampel stehen. Eine ältere Dame kommt aus einem Hauseingang, geht über die Strasse und ruft mir über die Schulter zu, da sie mich augenscheinlich für blind hält: "es ist Grün, Sie können gefahrlos drüber". Aber nicht mit mir. "Ich leiste Widerstand gegen das System" brülle ich zurück und sie schüttelt ungläubig den Kopf.
Sie versteht es nicht. Aber ich. Niemand kann mich zwingen, einen Fußgängerüberweg bei Grün zu benutzen. Ich habe gewonnen. Und jetzt bin ich doch ein bisschen stolz auf mich.
Ich bin da nicht sonderlich stolz drauf, ich schäme mich aber auch deswegen nicht. Neben meiner Haar- und Augenfarbe ist es das Einzige. für das ich nichts kann. Meine Mutter ist Deutsche, mein Vater ist Deutscher und ich bin in Deutschland geboren. So isses eben.
Deutsch sein ist gar nicht so schlecht. So habe ich, genetisch gesehen, einige fantastische Eigenschaften, die jetzt zum Beispiel Engländer nicht haben. Ich kann auf jeden Fall einen Elfer verwandeln (erst recht, wenn ein Engländer im Tor steht) und, wäre ich Ingenieur, könnte ich Super-Autos bauen oder den Katalysator, den Düsenantrieb oder den Genozid erfinden oder große Weltlitertaur schreiben, wäre ich ein besserer als nur ein mittelmässiger Schriftsteller, denn schliesslich bin ich Dichter und Denker.
Und ich bin noch etwas anderes.
Als Deutscher bin ich brav und ordentlich.
Ich hätte das selbst nicht vermutet, denn mein Schreibtisch sieht aus wie Berlin ´45 und ich finde, dass ich ein über den Stuhl geworfenes Hemd auch morgen noch in die Wäsche werfen kann und dass ich das nicht gleich machen muss.
Gemerkt habe ich dieses "deutsche Gen" ganz stark vorgestern. Da war es nachts um 1/2 12 und ich war der einzige Mensch auf der Strasse, auf dem Weg zum Parkhaus.
Und da steht dann diese Fußgängerampel.
Die ist rot. Für die Fußgänger.
Und ich bin Fußgänger.
Die Strasse ist nicht sonderlich breit und man kann sie locker nach links und rechts 200 Meter einsehen. Kein Auto ist da. Wäre da nicht die Ampel, ich könnte entspannt über die Strasse gehen. Nichts wäre ungefährlicher. Eher würde ich bei einer Kerner-Talkshow vor Aufregung sterben, als dass mich da jetzt im Moment ein Auto überfährt.
Aber es ist rot. Rot bedeutet Stehen, Grün bedeutet Gehen. Es ist rot. Rot bedeutet Tod. So habe ich das als Kind beigebracht bekommen. Und nur einmal SPD gewählt.
Es wäre wirklich kein Problem. Es sind keine Zeugen da, es ist keine Kamera da. Niemand würde es bemerken, wenn ich jetzt frech über die Ampel marschiere. Ich könnte gehen.
Aber ich bin Deutscher.
Ein Deutscher vor einer roten Ampel.
Die haben ja die Ampel nicht zum Spass dahin gestellt. Das ist eine gefährliche Stelle, weil viele Fußgänger, die vom Marktplatz kommen, hier die Strasse überqueren, die gleichzeitig Teil des Innenstadtrings und dementsprechend heftig befahren ist. Ohne die Ampel wäre sicher schon jemand ums Leben gekommen.
Es ist aber auch 23:30 und es ist weder Markt, noch sind Autos zu sehen. Eigentlich also der ideale Zeitpunkt, ein Gesetz zu brechen, sich frei zu machen vom Banne der Obrigkeitshörigkeit und dieses einen deutschen Gens, jetzt oder nie könnte ich subversiv sein und dem Staat eine lange Nase drehen, ich würde einfach bei Rot über die Ampel gehen und es gäbe nichts, was sie dagegen tun könnten.
Wahrscheinlich jedenfalls.
Andererseits kenne ich ja unseren Staat: möglicherweise werde ich bereits von einer Zivilsstreife kameraüberwacht und die lauern nur auf einen falschen Schritt von mir und *zack* klicken die Handschellen und ich komme wegen Widerstandes gegen das Rotsignal von Fußgängerampeln für immer ins Gefängnis, gemeinsam mit Stuerhinterziehern und Kinderschändern. Kennt man ja.
Die Ampel wird grün, ich kann drüber gehen. Aber das ist jetzt eine prinzipielle Geschichte. Ich bleibe vor der grünen Ampel stehen. Eine ältere Dame kommt aus einem Hauseingang, geht über die Strasse und ruft mir über die Schulter zu, da sie mich augenscheinlich für blind hält: "es ist Grün, Sie können gefahrlos drüber". Aber nicht mit mir. "Ich leiste Widerstand gegen das System" brülle ich zurück und sie schüttelt ungläubig den Kopf.
Sie versteht es nicht. Aber ich. Niemand kann mich zwingen, einen Fußgängerüberweg bei Grün zu benutzen. Ich habe gewonnen. Und jetzt bin ich doch ein bisschen stolz auf mich.
Montag, 25. Juli 2011
Aus aktuellem Anlass: das große Islamkritikerlexikon
...gerne auch zum Kopieren und zur Weitergabe
Ausländer, der:
Einwanderer, gegen den der --> Islamkritiker nichts hat, der meist sogar sein bester Freund ist, es sei denn, er ist Moslem, Türke oder Sozialhilfeempfänger. Oder alles drei zusammen.
Bratwurst, die:
wichtiges Kulturgut, von dem der --> Islamkritiker befürchtet, dass es die --> Moslems abschaffen wollen
Demokratie, die:
lästige Gesellschaftsform, in der der --> Islamkritiker Widerspruch findet, beispielsweise durch --> Gutmenschen oder --> Moslems und die deswegen eigentlich abgeschafft gehört
Deutschland:
Land, in dem der --> Islamkritiker lebt und nach eigenem Bekunden so sehr liebt, dass er es am allerliebsten für sich alleine haben möchte oder, wenn schon das nicht geht, er wenigstens nicht mit --> Gutmenschen und --> Moslems teilen will
Differenzierung, die:
Eigenschaft oder Tätigkeit, die dem --> Islamkritiker fehlt und deswegen zwangsläufig zur Vertuschung der --> Wahrheit dient
Gutmensch, der:
lästiger Gegenpart des --> Islamkritikers, meist intelligent, gebildet und sowohl rhethorisch als auch fachlich dem --> Islamkritiker überlegen, weswegen er auch neben dem --> Moslem von dem Islamkritiker leidenschaftlich gehasst wird.
HartzIV, das:
Laut dem --> Islamkritiker die einzige Einnahmequelle eines --> Moslems in --> Deutschland.
Integration, die:
Forderung des --> Islamkritikers an hier lebende --> Moslems, die die perfekte Beherrschung der --> deutschen Sprache in Wort und Schrift, ein Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze sowie die Aufgabe des --> Islams und die Konvertierung wenigstens zum Atheismus beinhaltet und mindestens ein Nobelpreis wäre auch nicht schlecht
Islam, der:
Religion des --> Moslems, für den --> Islamkritiker allerdings eine rückständige Irrlehre und Ideologie, die es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt, beispielsweise durch --> Karikaturen
Islamkritiker, der:
Individuum, das früher an Stammtischen Skat und Schafkopf spielte und dabei dummes Zeug erzählte. Wurde durch die Durchsetzung des Rauchverbots an den heimischen Computer abgedrängt und bildet dort soziale Netzwerke mit der Monothematik --> Islam aus, den der Islamkritiker natürlich ganz furchtbar frauen-, menschen- und demokratieverachtend findet
Karikatur, die:
kleines Bildchen, mit dem der --> Islamkritiker gerne --> Moslems provozieren möchte, um deren --> Integration zu testen
Kultur, die:
das, was der --> Islamkritiker selbstverständlich hat, weil er aus dem gleichen Land wie Göthe und Morzart und Beathoven kommt und die selbstverständlich nicht zur Kultur des --> Moslems passt
Kind, das:
wahlweise Opfer einer Heirat durch einen --> Moslem oder demographische Waffe des --> Moslems, um --> Deutschland zur islamischen Nation umzubevölkern
Komma, das:
feindseliges Satzzeichen
Kopftuch, das:
simple Kopfbedeckung, die für den --> Islamkritiker allerdings ein Symbol für Rückständigkeit und Frauenunterdrückung ist, selbst, wenn es von Audry Hepburn oder Alice Schwarzer getragen wird
Koran, der:
für den --> Islamkritiker ein ganz ganz böses Buch, in dem ganz schlimme Anleitungen zum Töten von Ungläubigen, Heiraten von Kindern und dem Bauen von Sprengstoffgürtel stehen. So eine Art Terrorfibel eben.
Linker, der:
siehe --> Gutmensch
Meinungsfreiheit, die:
hohes Rechts- und Gesellschaftsgut, das der --> Islamkritiker unbedingt verteidigt wissen will - zumindest, wenn es die eigene Meinung ist. Die Meinung Andersdenkender soll möglichst durch "Sperren" im Internet oder deren Wegzug "in die Türkei" eliminiert werden.
Messer, das:
Laut dem --> Islamkritiker das von --> Moslems beliebteste Argument in einer Diskussion
Mohammed, der:
Religionsstifter des --> Islam, für den --> Islamkritiker allerdings ein Päderast und Menschenschlächter, der wenigstens so schlimm wie Hitler war, wenn nicht noch schlimmer
Moslem, der:
Ist für den --> Islamkritiker neben dem --> Gutmenschen das personifizierte Böse. Der Moslem ist für den --> Islamkritiker generell faul, ungebildet, rückständig, ein Messerstecher und Frauensteiniger, weil er als heiliges Buch den --> Koran hat.
Nazi, der:
Radikalislamkritiker, der offiziell vom --> Islamkritiker verachtet wird, aber unter Duldung des --> Islamkritikers dessen Mäppchen begeistert trägt und einmal Speerspitze einer Gegenbewegung gegen die --> Moslems sein soll
Nazikeule, die:
Jedwede Argumentation, die der --> Islamkritiker nicht versteht oder die ihm nicht gefällt
Obsthändler, der:
für den --> Islamkritiker als überflüssig angesehenes Berufsbild, das niemand braucht
Opfer, das:
--> Islamkritiker, der sich --> nazigekeult fühlt
Sarrazin, der:
Gallionsfigur des --> Islamkritikers, so eine Art Stammtischmessias, allerdings weit weniger charismatisch als beispielsweise Jesus. Oder Hitler.
Statistik, die:
Nützliches Instrument, wenn sie die These des --> Islamkritikers stützt, gefälschtes Machwerk der --> Gutmenschen, wenn sie seine These nicht stützt
Tierschutz, der:
Wichtiges Rechtsgut, das der --> Islamkritiker permanent von --> Moslems verletzt sieht, wenn zur Tötung eines Tieres kein Genickschussapparat, Schleppnetz, Jagdgewehr oder Rattengift verwendet wird
Türke, der:
Hauptfeindbild des --> Islamkritikers, weil... weil... weil... die immer so mit dem Messer und so machomässig und überhaupt und weil er --> Moslem ist, herrgottnochmal
Wahrheit, die:
gepachtetes Eigentum des --> Islamkritikers
t.b.c., Ergänzungen und Anmerkungen sind jederzeit willkommen
Ausländer, der:
Einwanderer, gegen den der --> Islamkritiker nichts hat, der meist sogar sein bester Freund ist, es sei denn, er ist Moslem, Türke oder Sozialhilfeempfänger. Oder alles drei zusammen.
Bratwurst, die:
wichtiges Kulturgut, von dem der --> Islamkritiker befürchtet, dass es die --> Moslems abschaffen wollen
Demokratie, die:
lästige Gesellschaftsform, in der der --> Islamkritiker Widerspruch findet, beispielsweise durch --> Gutmenschen oder --> Moslems und die deswegen eigentlich abgeschafft gehört
Deutschland:
Land, in dem der --> Islamkritiker lebt und nach eigenem Bekunden so sehr liebt, dass er es am allerliebsten für sich alleine haben möchte oder, wenn schon das nicht geht, er wenigstens nicht mit --> Gutmenschen und --> Moslems teilen will
Differenzierung, die:
Eigenschaft oder Tätigkeit, die dem --> Islamkritiker fehlt und deswegen zwangsläufig zur Vertuschung der --> Wahrheit dient
Gutmensch, der:
lästiger Gegenpart des --> Islamkritikers, meist intelligent, gebildet und sowohl rhethorisch als auch fachlich dem --> Islamkritiker überlegen, weswegen er auch neben dem --> Moslem von dem Islamkritiker leidenschaftlich gehasst wird.
HartzIV, das:
Laut dem --> Islamkritiker die einzige Einnahmequelle eines --> Moslems in --> Deutschland.
Integration, die:
Forderung des --> Islamkritikers an hier lebende --> Moslems, die die perfekte Beherrschung der --> deutschen Sprache in Wort und Schrift, ein Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze sowie die Aufgabe des --> Islams und die Konvertierung wenigstens zum Atheismus beinhaltet und mindestens ein Nobelpreis wäre auch nicht schlecht
Islam, der:
Religion des --> Moslems, für den --> Islamkritiker allerdings eine rückständige Irrlehre und Ideologie, die es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt, beispielsweise durch --> Karikaturen
Islamkritiker, der:
Individuum, das früher an Stammtischen Skat und Schafkopf spielte und dabei dummes Zeug erzählte. Wurde durch die Durchsetzung des Rauchverbots an den heimischen Computer abgedrängt und bildet dort soziale Netzwerke mit der Monothematik --> Islam aus, den der Islamkritiker natürlich ganz furchtbar frauen-, menschen- und demokratieverachtend findet
Karikatur, die:
kleines Bildchen, mit dem der --> Islamkritiker gerne --> Moslems provozieren möchte, um deren --> Integration zu testen
Kultur, die:
das, was der --> Islamkritiker selbstverständlich hat, weil er aus dem gleichen Land wie Göthe und Morzart und Beathoven kommt und die selbstverständlich nicht zur Kultur des --> Moslems passt
Kind, das:
wahlweise Opfer einer Heirat durch einen --> Moslem oder demographische Waffe des --> Moslems, um --> Deutschland zur islamischen Nation umzubevölkern
Komma, das:
feindseliges Satzzeichen
Kopftuch, das:
simple Kopfbedeckung, die für den --> Islamkritiker allerdings ein Symbol für Rückständigkeit und Frauenunterdrückung ist, selbst, wenn es von Audry Hepburn oder Alice Schwarzer getragen wird
Koran, der:
für den --> Islamkritiker ein ganz ganz böses Buch, in dem ganz schlimme Anleitungen zum Töten von Ungläubigen, Heiraten von Kindern und dem Bauen von Sprengstoffgürtel stehen. So eine Art Terrorfibel eben.
Linker, der:
siehe --> Gutmensch
Meinungsfreiheit, die:
hohes Rechts- und Gesellschaftsgut, das der --> Islamkritiker unbedingt verteidigt wissen will - zumindest, wenn es die eigene Meinung ist. Die Meinung Andersdenkender soll möglichst durch "Sperren" im Internet oder deren Wegzug "in die Türkei" eliminiert werden.
Messer, das:
Laut dem --> Islamkritiker das von --> Moslems beliebteste Argument in einer Diskussion
Mohammed, der:
Religionsstifter des --> Islam, für den --> Islamkritiker allerdings ein Päderast und Menschenschlächter, der wenigstens so schlimm wie Hitler war, wenn nicht noch schlimmer
Moslem, der:
Ist für den --> Islamkritiker neben dem --> Gutmenschen das personifizierte Böse. Der Moslem ist für den --> Islamkritiker generell faul, ungebildet, rückständig, ein Messerstecher und Frauensteiniger, weil er als heiliges Buch den --> Koran hat.
Nazi, der:
Radikalislamkritiker, der offiziell vom --> Islamkritiker verachtet wird, aber unter Duldung des --> Islamkritikers dessen Mäppchen begeistert trägt und einmal Speerspitze einer Gegenbewegung gegen die --> Moslems sein soll
Nazikeule, die:
Jedwede Argumentation, die der --> Islamkritiker nicht versteht oder die ihm nicht gefällt
Obsthändler, der:
für den --> Islamkritiker als überflüssig angesehenes Berufsbild, das niemand braucht
Opfer, das:
--> Islamkritiker, der sich --> nazigekeult fühlt
Sarrazin, der:
Gallionsfigur des --> Islamkritikers, so eine Art Stammtischmessias, allerdings weit weniger charismatisch als beispielsweise Jesus. Oder Hitler.
Statistik, die:
Nützliches Instrument, wenn sie die These des --> Islamkritikers stützt, gefälschtes Machwerk der --> Gutmenschen, wenn sie seine These nicht stützt
Tierschutz, der:
Wichtiges Rechtsgut, das der --> Islamkritiker permanent von --> Moslems verletzt sieht, wenn zur Tötung eines Tieres kein Genickschussapparat, Schleppnetz, Jagdgewehr oder Rattengift verwendet wird
Türke, der:
Hauptfeindbild des --> Islamkritikers, weil... weil... weil... die immer so mit dem Messer und so machomässig und überhaupt und weil er --> Moslem ist, herrgottnochmal
Wahrheit, die:
gepachtetes Eigentum des --> Islamkritikers
t.b.c., Ergänzungen und Anmerkungen sind jederzeit willkommen
Donnerstag, 21. Juli 2011
Der arme Nazi
Ein Nazi steht vorm leeren Grab
in dem es einst den Rudolf gab
Stets lag er hier, nun isser fort
Verstreut an unbekanntem Ort
Welchen Kampf soll er jetzt fechten?
Und welchem Toten Kränze flechten?
Wo mag er sein, der "Friedensflieger"?
Und NS-Parteienkrieger?
Wo soll er jetzt noch Lieder singen?
Dem toten "Held" ein Ständchen bringen?
Wer hört jetzt noch die Kampfparolen?
Über Juden, Moslems, Polen?
Für Rudolf enden die Gedichte
Auf dem Friedhof der Weltgeschichte
Und für den Nazi, der da steht
Nun auch die Zeit zu Ende geht
Ein letztes "Heil". Er dreht sich um
Und weint dann bitterlich und stumm
in dem es einst den Rudolf gab
Stets lag er hier, nun isser fort
Verstreut an unbekanntem Ort
Welchen Kampf soll er jetzt fechten?
Und welchem Toten Kränze flechten?
Wo mag er sein, der "Friedensflieger"?
Und NS-Parteienkrieger?
Wo soll er jetzt noch Lieder singen?
Dem toten "Held" ein Ständchen bringen?
Wer hört jetzt noch die Kampfparolen?
Über Juden, Moslems, Polen?
Für Rudolf enden die Gedichte
Auf dem Friedhof der Weltgeschichte
Und für den Nazi, der da steht
Nun auch die Zeit zu Ende geht
Ein letztes "Heil". Er dreht sich um
Und weint dann bitterlich und stumm
Donnerstag, 30. Juni 2011
Der Sozialkritiker
Gelegentlich hat man das ja. Da gehe ich auf eine Lesung von Laienkollegen anlässlich des „Welttages des Buches“ oder anlässlich des schönen Wetters oder anlässlich einer Beerdigung oder anlässlich garnix. Einfach, weil sie da sind.
Und immer – und ich meine IMMER – tritt einer auf, der sein Frühprosawerk mit den Worten „jetzt kommt was LUSTIGES“ (was dann meist so lustig wie Fußpilz oder ein schwerer Autounfall ist) oder, was ich noch viel schlimmer finde, mit „jetzt kommt was SOZIALKRITISCHES“ ankündigt.
Während ich mich bei den Lustig-Ankündern maximal fremdschäme, haben sich meine „SOZIALKRITISCHEN“ Kollegen mittlerweile meinen leidenschaftlichen Hass verdient.
Zuerst einmal ist die Ankündigung alleine schon eine Unverschämtheit. Das hat was von „wer meinen sozialkritischen Text kritisiert, der ist selbst ja wohl asozial“ oder „wer meine Sozialkritik nicht versteht, der muss automatisch Bonze sein“. Aber nicht mit mir, Kollegen, nicht mit mir. Was sozialkritisch ist, entscheidet nämlich nicht der Schreiber, sondern der Zuhörer. Und ob er sich davon getroffen fühlt.
Der nächste Punkt ist der, dass vor allem die voller Begeisterung „sozialkritischen Textschreiber“ selbst zu 99% der Schicht aller Leute angehören, die staatlich alimentiert werden, weil sie lieber „sozialkritische Texte“ schreiben statt Arbeit zu suchen. Aber man ist sich ja zu schade, für 5,- € die Stunde zu malochen, wenn man lieber einen „sozialkritischen Text“ schreiben und sich damit selbstverständlich als Opfer gerieren kann. Für 5,- € arbeiten nämlich nur Polen und andere, die sich wenigstens noch ein bisschen Reststolz bewahrt haben. Aber für 635,- € netto rührt kein Sozialkritiker den kleinen Finger. Da lebt es sich mit Gutscheinen und Sozialhilfesatz unterm Strich wesentlich besser und lustiger.
Dann ist es immer das Gleiche. Es geht um „die da oben“ und „wir da unten“. STOPP möchte ich dann brüllen.
Ihr wollt Sozialkritik? Könnt Ihr haben: Ich bin weder „oben“ noch „unten“, habe eine 6-Tage-Woche und einen 12 Stunden Tag und kann mir deswegen auch ein wenig mehr leisten, sogar Personal, das ich für mehr als 5,- € die Stunde beschäftige. Allerdings trage ich das volle unternehmerische Risiko, habe mich mehr als der Durchschnitt engagiert und tu das immer noch. Ich glaube fest daran, dass jeder, der will, auch eine Chance bekommt, die er nutzen kann – wenn er nicht gerade alt oder krank oder beides ist. Das ist dann ein anderer Film.
Aber jeder der „sozialkritischen“ Fuzzis, der mir bisher unter die Augen getreten ist und mir dabei seine schlampig ausformulierten Texte unter die Jacke gejubelt hat, hat mir nicht den Eindruck von jemandem gemacht, der gesellschaftliche Solidarität benötigt, sondern eher den Eindruck einer faulen Sau, die eine Solidarität einfordert, die sie selbst nicht bereit ist, zu leisten. Die kriegen von mir auch nix ab. Ich gehe doch nicht arbeiten, um irgendeinen faulen Strick zu alimentieren, der den eigenen Hintern nicht hochkriegt.
Und das trifft ebenfalls auf beide Seiten zu: ich gehe nämlich auch ungern für Bankerboni arbeiten, die Ihre Firma in die Scheiße reiten und zwar die Gewinne privatisieren, die Verluste aber sozialisieren. Oder auf die Welt gekommen sind, um ein leistungsloses Einkommen zu ziehen. Ob das nun HartzIV ist oder eine Aktiendividende aus dem vererbten Kapital ist, ist dabei unerheblich.
Na, können Sie mich noch leiden? Egal. Ich bin mir bewusst, dass es Ausbeutung gibt, aber ich lasse mich gerne von Staat, Reichen, Armen und Dummen ausbeuten, so lange für mich noch genug übrig bleibt. Da habe ich kein Problem mit.
Ungerecht? Ja klar. Das Leben IST nun einmal ungerecht. Ich finde es ungerecht, dass meine Frau essen kann, was sie will, ohne auch nur ein Gramm zuzulegen und mich alleine schon der Blick ins Schokoladenregal des Supermarktes der Adipositas entgegentreibt. Es ist auch ungerecht, dass es Leute gibt, die mit weniger Arbeitsaufwand mehr verdienen als ich. Oder mehr Sex haben.
Ich denke da mal an meinen Rechtsanwalt. Alleine das Klingeln in seiner Kanzlei kostet mich 300 Steine. Da hat der mich noch nicht einmal gegrüßt. Aber ich kenn den Typen halt auch schon seit 30 Jahren. Der hat halt in der Schule ein paar Mal weniger als ich aus dem Fenster geguckt und daher ein klasse Abi geschrieben. Mit dieser Bürde muss ich nun einmal leben.
Wenn mir das nicht passt, dann kann ich ja künftig eben den Blick aufs Schokoladenregal lassen und meine Anwaltsbriefe selbst ausformulieren.
Was ich damit sagen will: jeder hat sein Leben und sein Schicksal selbst in der Hand. Sich in die „sozialkritische“ Opferrolle zu flüchten, mag zwar Balsam für das eigene Versagen und eine gute Entschuldigung für Faulheit sein – es bringt bloß niemanden weiter oder nach vorne. Oder wenigstens dahin, wo er eigentlich gerne wäre.
Ich habe NOCH NIE gesehen, dass nach einer „sozialkritischen“ Lesung irgendeiner aufgestanden ist und gesagt hat „ich schäme mich, dass ich reich bin und werde morgen die Gehälter meiner Angestellten verdoppeln“. Stattdessen saßen die anderen Armen drum herum und haben zustimmend mit dem Kopf genickt. Und? Was hat das jetzt geändert? Goarnix. Es gab nicht mehr Geld, die Gesellschaft hat sich auch nicht geändert, das war einfach nur heiße Luft für die Feierabendrevolution. Ja danke. Wenns wenigstens handwerklich gut gemacht wäre. Aber sogar dazu sind sie zu faul, die „Sozialkritiker“.
Also, liebe Kollegen: weniger Sozialkritik schreiben, dafür bessere Texte schreiben und die verlegen lassen. Den Arsch hochbringen. Und wenn das mit dem Schreiben nicht klappt – tja, dann ist das eben einfach nicht Euer Film. Dann seht wenigstens zu, einer geregelten Arbeit nachzugehen, damit die WIRKLICH BEDÜFTIGEN in diesem Staat auch von Euch unterstützt werden.
Ich habe fertig.
Und immer – und ich meine IMMER – tritt einer auf, der sein Frühprosawerk mit den Worten „jetzt kommt was LUSTIGES“ (was dann meist so lustig wie Fußpilz oder ein schwerer Autounfall ist) oder, was ich noch viel schlimmer finde, mit „jetzt kommt was SOZIALKRITISCHES“ ankündigt.
Während ich mich bei den Lustig-Ankündern maximal fremdschäme, haben sich meine „SOZIALKRITISCHEN“ Kollegen mittlerweile meinen leidenschaftlichen Hass verdient.
Zuerst einmal ist die Ankündigung alleine schon eine Unverschämtheit. Das hat was von „wer meinen sozialkritischen Text kritisiert, der ist selbst ja wohl asozial“ oder „wer meine Sozialkritik nicht versteht, der muss automatisch Bonze sein“. Aber nicht mit mir, Kollegen, nicht mit mir. Was sozialkritisch ist, entscheidet nämlich nicht der Schreiber, sondern der Zuhörer. Und ob er sich davon getroffen fühlt.
Der nächste Punkt ist der, dass vor allem die voller Begeisterung „sozialkritischen Textschreiber“ selbst zu 99% der Schicht aller Leute angehören, die staatlich alimentiert werden, weil sie lieber „sozialkritische Texte“ schreiben statt Arbeit zu suchen. Aber man ist sich ja zu schade, für 5,- € die Stunde zu malochen, wenn man lieber einen „sozialkritischen Text“ schreiben und sich damit selbstverständlich als Opfer gerieren kann. Für 5,- € arbeiten nämlich nur Polen und andere, die sich wenigstens noch ein bisschen Reststolz bewahrt haben. Aber für 635,- € netto rührt kein Sozialkritiker den kleinen Finger. Da lebt es sich mit Gutscheinen und Sozialhilfesatz unterm Strich wesentlich besser und lustiger.
Dann ist es immer das Gleiche. Es geht um „die da oben“ und „wir da unten“. STOPP möchte ich dann brüllen.
Ihr wollt Sozialkritik? Könnt Ihr haben: Ich bin weder „oben“ noch „unten“, habe eine 6-Tage-Woche und einen 12 Stunden Tag und kann mir deswegen auch ein wenig mehr leisten, sogar Personal, das ich für mehr als 5,- € die Stunde beschäftige. Allerdings trage ich das volle unternehmerische Risiko, habe mich mehr als der Durchschnitt engagiert und tu das immer noch. Ich glaube fest daran, dass jeder, der will, auch eine Chance bekommt, die er nutzen kann – wenn er nicht gerade alt oder krank oder beides ist. Das ist dann ein anderer Film.
Aber jeder der „sozialkritischen“ Fuzzis, der mir bisher unter die Augen getreten ist und mir dabei seine schlampig ausformulierten Texte unter die Jacke gejubelt hat, hat mir nicht den Eindruck von jemandem gemacht, der gesellschaftliche Solidarität benötigt, sondern eher den Eindruck einer faulen Sau, die eine Solidarität einfordert, die sie selbst nicht bereit ist, zu leisten. Die kriegen von mir auch nix ab. Ich gehe doch nicht arbeiten, um irgendeinen faulen Strick zu alimentieren, der den eigenen Hintern nicht hochkriegt.
Und das trifft ebenfalls auf beide Seiten zu: ich gehe nämlich auch ungern für Bankerboni arbeiten, die Ihre Firma in die Scheiße reiten und zwar die Gewinne privatisieren, die Verluste aber sozialisieren. Oder auf die Welt gekommen sind, um ein leistungsloses Einkommen zu ziehen. Ob das nun HartzIV ist oder eine Aktiendividende aus dem vererbten Kapital ist, ist dabei unerheblich.
Na, können Sie mich noch leiden? Egal. Ich bin mir bewusst, dass es Ausbeutung gibt, aber ich lasse mich gerne von Staat, Reichen, Armen und Dummen ausbeuten, so lange für mich noch genug übrig bleibt. Da habe ich kein Problem mit.
Ungerecht? Ja klar. Das Leben IST nun einmal ungerecht. Ich finde es ungerecht, dass meine Frau essen kann, was sie will, ohne auch nur ein Gramm zuzulegen und mich alleine schon der Blick ins Schokoladenregal des Supermarktes der Adipositas entgegentreibt. Es ist auch ungerecht, dass es Leute gibt, die mit weniger Arbeitsaufwand mehr verdienen als ich. Oder mehr Sex haben.
Ich denke da mal an meinen Rechtsanwalt. Alleine das Klingeln in seiner Kanzlei kostet mich 300 Steine. Da hat der mich noch nicht einmal gegrüßt. Aber ich kenn den Typen halt auch schon seit 30 Jahren. Der hat halt in der Schule ein paar Mal weniger als ich aus dem Fenster geguckt und daher ein klasse Abi geschrieben. Mit dieser Bürde muss ich nun einmal leben.
Wenn mir das nicht passt, dann kann ich ja künftig eben den Blick aufs Schokoladenregal lassen und meine Anwaltsbriefe selbst ausformulieren.
Was ich damit sagen will: jeder hat sein Leben und sein Schicksal selbst in der Hand. Sich in die „sozialkritische“ Opferrolle zu flüchten, mag zwar Balsam für das eigene Versagen und eine gute Entschuldigung für Faulheit sein – es bringt bloß niemanden weiter oder nach vorne. Oder wenigstens dahin, wo er eigentlich gerne wäre.
Ich habe NOCH NIE gesehen, dass nach einer „sozialkritischen“ Lesung irgendeiner aufgestanden ist und gesagt hat „ich schäme mich, dass ich reich bin und werde morgen die Gehälter meiner Angestellten verdoppeln“. Stattdessen saßen die anderen Armen drum herum und haben zustimmend mit dem Kopf genickt. Und? Was hat das jetzt geändert? Goarnix. Es gab nicht mehr Geld, die Gesellschaft hat sich auch nicht geändert, das war einfach nur heiße Luft für die Feierabendrevolution. Ja danke. Wenns wenigstens handwerklich gut gemacht wäre. Aber sogar dazu sind sie zu faul, die „Sozialkritiker“.
Also, liebe Kollegen: weniger Sozialkritik schreiben, dafür bessere Texte schreiben und die verlegen lassen. Den Arsch hochbringen. Und wenn das mit dem Schreiben nicht klappt – tja, dann ist das eben einfach nicht Euer Film. Dann seht wenigstens zu, einer geregelten Arbeit nachzugehen, damit die WIRKLICH BEDÜFTIGEN in diesem Staat auch von Euch unterstützt werden.
Ich habe fertig.
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